Wirken Pheromone wirklich?

Anzeige für PheromoneViele Menschen überlegen, ob sie Pheromone nutzen sollen um ihre Attraktivität zu steigern. Die Hoffnung auf größeren Erfolg bei der Partnersuche wird auch vielfältig von der Industrie genutzt. Es gibt mittlerweile ein riesiges Angebot an verschiedensten Mitteln, die im Internet für viel Geld angeboten werden. Sie fragen sich an dieser Stelle wahrscheinlich, ob diese Mittel wirken, oder ob es sich ausschließlich um Geldmacherei handelt. Immerhin handelt es sich bei Pheromonen um Stoffe, die nicht bewusst wahrgenommen werden können und vor allem keinen Geruch haben. Im Gegensatz zu teuren homöopatschen Mitteln, deren Wirksamkeit mittlerweile erwiesenermaßen gleich derjenigen von Wasser ist, wirken teure Pheromone tatsächlich.

Die Aussage, dass Pheromone nicht olfaktorisch wahrgenommen werden können stimmt jedoch nur bedingt. Das Sprichwort “Sich (nicht) riechen können.” hat seinen Ursprung im MHC-Komplex, einem Genabschnitt, welcher für das Immunsystem verantwortlich ist. Dieser steuert gleichzeitig den Körpergeruch, wobei sich Personen besonders anziehend finden, die möglichst unterschiedliche Haupthistokompatibilitätskomplexe haben.

Die eigentlichen Pheromone sind jedoch geruchsneutral. Wichtige Stoffe, die als Pheromone angesehen werden sind Androstadienon bei Männern und Estratetraenol bei Frauen. Hier hat eine Studie der Universität Cambridge die Wirksamkeit auf Versuchspersonen belegt. (W. Zhou, X. Yang, K. Chen, P. Cai, S. He, Y. Jiang, Chemosensory communication of gender through two human steroids in a sexually dimorphic manner. Curr. Biol. 24, 1091-1095 (2014).)

In dieser Studie wurde der Einfluss beider Stoffe auf Versuchspersonen untersucht. In früheren Studien konnten Forscher einen positiven Einfluss auf die Laune feststellen. In der genannten Studie wurde der Einfluss der Stoffe auf die sexuelle Wahrnehmung von Versuchspersonen getestet, wobei die Versuchspersonen zu gleichen Teilen männlich, weiblich, hetero- und homosexuell waren.

Bei dem Experiment wurden den Versuchsteilnehmern Gangarten anhand sich bewegender Punkte gezeigt. Diese Gangarten waren objektiv unterschiedlich stark männlich bzw. weiblich. Dabei haben die beiden Substanzen die subjektive Wahrnehmung entsprechend der sexuellen Orientierung beeinflusst. Das bedeutet, dass heterosexuelle Männer und homosexuelle Frauen auf das weibliche Estratetraenol reagiert haben, wohingegen heterosexuelle Frauen und homosexuelle Männer auf Androstadienon reagiert haben.

Eine andere Studie zeigte, dass mit dem männlichen Pheromon Androstenon eingesprühte Sitze in einem Kino eine anziehende Wirkung auf Frauen haben. (Clark, T. (1978) Whose pheromone are you? World Medicine July 26, 1978.)

Neben den genannten Stoffen gibt es eine ganze Reihe verwandter Verbindungen, denen ebenfalls mögliche Pheromonwirkungen zugeschrieben werden. Meistens fehlen noch eindeutige Studien.

Sie dürfen sich jedoch nicht im Alltag dem Fehlschluss hingeben, dass es sich bei menschlichen Pheromonen um Releaser-Pheromone handelt. Diese Sorte von Pheromonen ist bei vielen Tieren zu finden und löst teilweise augenblicklich ein Balzverhalten oder direkte sexuelle Erregung aus. Solche offensichtlichen Einflüsse auf das Verhalten des Menschen sind von Pheromonen nicht bekannt. Ebenfalls fehlt dem Menschen die Möglichkeit Pheromone bewusst wahrzunehmen. Viele Tiere besitzen dazu das Jacobson’sche Organ, welches speziell zur olfaktorischen Wahrnehmung von Pheromonen dient.

Dieses Organ fehlt dem Menschen, sodass nur eine unbewusste Wahrnehmung von Pheromonen möglich ist und sich in einer Veränderung des Hormonhaushalts und der Hirnaktivität in bestimmten Bereichen äußert.

Somit ist es übertrieben zu erwarten, dass Ihnen bei der Nutzung von Pheromonen mögliche Partner in Scharen hinterher laufen. Trotzdem ist davon auszugehen, dass in Situationen in denen andere Reize, auf die sich der Mensch sonst konzentriert, vor allem der Sehsinn weniger Bedeutung zukommt, der Einsatz von Pheromonen zu einem unterschwelligen erhöhten Interesse von möglichen Partnern führt. Dabei sind Orte wie Bars, Diskotheken oder Kinos besonders erwähnenswert, da diese zumeist dunkel sind und der Sehsinn, der sonst als zentraler Auslöser für sexuelles Interesse dient, eine untergeordnete Rolle spielt.

Zusammengefasst lässt sich sagen:

  • Pheromone wirken
  • Pheromone wirken entsprechend dem Geschlecht und der sexuellen Orientierung
  • menschliche Pheromone lösen keine direkte Reaktion aus
  • dunklere Orte steigern die effektive Wirksamkeit